Geschichte der Kirchengemeinde

Die Pfarrei Deidesheim wurde am 01. Juli 1988 selbständig. Zuvor bildeten die beiden protestantischen Kirchengemeinden Deidesheim und Wachenheim eine gemeinsame Pfarrei.Bedingt durch den starken Zuwachs von Gemeindegliedern im Bereich der Gemeinde Deidesheim war eine Trennung der beiden Kirchengemeinden sowie eine Errichtung einer eigenen Pfarrstelle für Deidesheim notwendig geworden. Dieser Schritt erfolgte zum 01. Juli 1988. Bereits seit Oktober 1984, seit der Zuweisung eines Pfarrers im Hilfsdienst, erfolgte die Arbeit der Gemeinde Deidesheim unabhängig von der Gemeinde Wachenheim. Der Pfarrer wohnte in einem angemieteten Haus in Deidesheim. Da dieses Haus aber wegen seiner geringen Größe die Funktion eines Pfarrhauses nicht hinreichend erfüllen konnte, wurde der Bau eines Pfarrhauses geplant.
Im Februar 1993 wurde das neue Haus, das aus Platzgründen abseits von Kirche und Gemeindehaus errichtet wurde, erstmals bezogen.

Geschichte der Kirche

Zu Deidesheim waren die Protestanten im Jahr 1873 zu einem Häuflein von ungefähr einhundertfünfzig Seelen herangewachsen. Die Kirche von Wachenheim, welche von den Protestanten aus Deidesheim besucht wurde, war über eine halbe Stunde Weges entfernt, und für viele war die Entfernung ein Hindernis, ihre Andacht verrichten zu können.
Dies ist der Beginn eines 'documentes', welches am 02. November 1874 in dem vergoldeten Knopf der fertiggestellten Kirchturmspitze des Dachreiters verwahrt wurde. Diesem Mangel sollte abgeholfen werden. Im März 1873 fasste eine Versammlung Deidesheimer Protestanten den Plan, hier in Deidesheim eine Kirche zu bauen. Nachdem die Protestanten aus Ruppertsberg hinzugezogen worden waren, wurde am 29. April 1873 ein Komitee ins Leben gerufen, das mit der weiteren Ausführung des Projektes betraut wurde.
Die 1875 fertiggestellte Kirche bestand lediglich aus einem quadratischen Raum, etwa ¾ des heutigen Kirchenschiffs, bis zum Beginn der vorderen Seitenfenster. Den Grundstock zur Erweiterung der Kirche legte Presbyter A. Stuhl im Jahre 1957 mit dem Ankauf des Nachbargrundstückes, wodurch es möglich war, die notwendige Vergrößerung der Kirche in Angriff zu nehmen. Das Kirchenschiff wurde verlängert, der Altarraum nach Westen hin angebaut. Der Altar wurde von dem zwischenzeitlich verstorbenen Artur Hahn sen. gestiftet.

Der Taufstein

Der Taufstein in Deidesheim wurde von dem Wachenheimer Bildhauer Peter Vogt aus hellem Haarder Sandstein gehauen.
Die achteckige Stele von 92 cm Höhe weitet sich zu einem in Kreuzform gestalteten Kelch. Auf ihrer Vorderseite trägt sie das Christusmonogramm umgeben von Weinranken, die in Traubengehängen enden.

Die Orgel

1964 wurde von der Orgelbaufirma Ott (Göttingen) eine Orgel installiert (mechanische Traktur, 11 Register, 2 Manuale, Pedal). Beide Manualwerke sind in einem geschlossenen Gehäuse aus Eichenholz unmittelbar in die Emporenbrüstung eingebaut. In der Mitte die Windlade des zweiten Manuals, rechts und links anschließend die C- bzw. Cis-Laden des ersten Manuals.
Der fünfteilig, gestaltete Prospekt wird von den Prinzipalen 4' (Harfenfelder) und 2' (drei Mittelfelder) gebildet. 1986 wurde die Orgel überholt. Das Pedalwerk steht in einem dreiteiligen, schrankartigen, an der Vorderseite mit senkrechtem Stabwerk gestalteten Gehäuse an der Kirchenrückwand. Der Spieler sitzt zwischen Brüstungswerk und Pedal.